"Der Klarinettist Klaus Hampl ist ein Kammermusiker hohen Ranges. In den bedeutenden Klarinetten-Quintetten der Literatur drängt er sich keineswegs dominant solistisch vor. Sondern er fügt sich als "primus inter pares" wunderbar diskret, aber mit dunkler Fülle, bemerkenswerter Farbigkeit und souveräner Artikulation ins Solisten-Ensemble ein. So bereitet seine Kunst zugleich spirituelles und sinnliches Vergnügen", schriebt der Literatur- und Musikkritiker Joachim Kaiser über den aus dem Allgäu stammenden Musiker. In der Tat gelingt Klaus Hampl, der mit dem Quartetto di Roma die "Klarinettenquintette" von Max Reger und Henri Marteau zuletzt gespielt und für den Bayerischen Rundfunk als CD herausgegeben, sanft-subtil und gleichzeitig innerlich-intensiv gerade schwierige, nicht leicht interpretierbare Kompositionen differenziert zu gestalten. Der routiniert - raffinierte Musikkenner -aber auch der Musikfreund -weiß diese Kunst der Interpretation zu schätzen. Es ist Binsenweisheit: Ein Musiker muss ständig üben - mit seinem Instrument seinen Alltag verbringen, will er zu den besten gehören. Im Gespräch mit Antonio Pellegrino erzählt Klaus Hampl, dass er neben seinen Etüden auch Zeit zum Lesen findet. Die Bäsle-Briefe von W. A. Mozart an seine Cousine Anna Thekla Mozart seien zwar keine Weltliteratur, dennoch nimmt er sie manchmal in die Hand und lacht lauthals über den unkonventionellen Ton des berühmten Komponisten.
Kein Wunder bei so viel Mozart'scher Frechheit. Zu seinen Lieblingsautoren zählt Klaus Hampl den russischen Schriftsteller und Dramatiker Anton Tschechow, der ihn besonders mit seinen Satiren und Humoresken nicht nur schmunzeln lässt, sondern auch zum Nachdenken bringt. In dem "Roman mit dem Kontrabass" verliert der Musikant Smytschków seinen Kontrabass. Während er badet verschwinden auch seine Kleider. Auch der schönen Prinzessin Bibúlow werden ihre kostbaren Roben gestohlen. Sie versteckt sich im Futteral des Kontrabasses. Und wie in allen romantischen Erzählungen und Sagen ist auch hier Amor mit von der Partie. Aber ein Autor wie Tschechow kann nicht einfach nur ein Liebesabenteuer -möge es noch so spannend - rührend sein -erzählen. In dieser auf dem ersten Blick naiven Geschichte geht es auch um Musik und ihre Wirkung. So wie im Leben des Klaus Hampl.
Moderation und Redaktion: Antonio Pellegrino